Morgens mag ich es eher süß. Aber bei einem Omelette zum Frühstück mit Paprika und Zucchini bin ich auch dabei!

Doch wie verträglich sind eigentlich Eier bei oraler Nickelallergie. Mehr erfährst du in diesem Blogbeitrag.

 

Sind Eier nickelreich?

Wie bei allen Lebensmitteln kommt es immer auf die Menge an und die individuelle Verträglichkeit.

Ich vertrage Eier mittlerweile sehr gut. Ich dachte lange Zeit, ich würde sie nicht vertragen, da mein IgE Bluttest minimal eine Allergie anzeigte, also mied ich drei Jahre Eier und begann sie aber wieder zu testen und es klappt gut. Das heißt auch ein positiver IgE Test kann nur als Hinweis gedeutet werden und nicht als Fakt!

Hühnereier sind tierische Lebensmittel und diese sind in der Regel bis auf einige Ausnahmen z. B. Innereien und einige Fischsorten eher nickelarm.

Es könnte vielleicht noch darauf ankommen, was das Tier gefressen hat und wie es gehalten wurde. Da ich aus ethischen und auch geschmacklichen Gründen versuche, möglichst biologisch angebaute oder gehaltene tierische Produkte zu konsumieren, ist nach meiner persönlichen Erfahrung die Verträglichkeit von ganzen Eiern sehr gut. Ich kann sogar mal 2 Eier essen.

Anders sieht es natürlich bei konzentrierten Produkten aus wie Trockenpulver, obwohl das eher in der Industrie genutzt wird und eher nicht so verzehrt wird.

Allerdings könnte es problematisch sein, wenn du im Hotel bist und dort aus einem Edelstahlhaltigen (was ja schon mal nicht so ideal für Menschen mit oraler Nickelallergie ist) Gefäß dein Rührei dir auf deinen Teller tust. Es gibt wohl mittlerweile für die Gastronomie „Fertig-Rührei“ Packung auf und zack Rührei und Omelette fertig. Durch die industrielle Verarbeitung kann natürlich eine zusätzliche Kontamination mit Nickel (mir fällt da kein anderes Wort für ein, weil ich nicht begreifen kann, warum man nicht die Eier direkt aufschlägt) nicht ausgeschlossen werden. Also frag am besten immer nach, aus was genau dein Rührei oder Omelette besteht, wenn du unterwegs essen gehst.

 

Ist Hühnereiweiß ein Histamin-Liberator?

In verschiedenen Foren zur Histaminintoleranz werden Eier häufig per se Verboten, weil sie angeblich ein Histaminliberator sind. Wenn du mich schon ein bisschen kennst, dann weißt du, das ich ja per se hoch allergisch auf allgemeine Lebensmittelverbote reagiere, die oft überhaupt nicht durch wissenschaftliche Quellen belegt sind.

Das auch die Wissenschaft noch nicht so weit ist, sich gar irren kann oder durch menschliche Tippfehler Lebensmittel eine Funktion zugeschrieben bekommen, die sie dann gar nicht erfüllen, sieht man an der Geschichte vom Spinat. [1]

Auch bei Heidelbeeren kam es leider schon zu einem Tippfehler in einer Liste, weshalb manchmal etwas ungläubig reagiert wird, wenn ich Blaubeeren als nickelarmes Lebensmittel in meinen Rezepten wie der Blaubeermilch verwende.

Daher habe ich mir angewöhnt, alles kritisch zu hinterfragen. Okay, eigentlich ist das ein Stück meiner Persönlichkeit und hat schon als Kind einige autoritäre Menschen in meiner Umgebung genervt. Mir hat diese Eigenschaft aber gut getan, denn deshalb weiß ich heut auch, dass ich oral auf Nickel reagiere und nicht spinne.

Aber nun zu folgender Frage, bietet sich ja an, da viele meiner Coaching-Kundinnen so wie ich auch eine Histaminintoleranz haben und sich noch weiter in ihrer Ernährung einschränken, weil sie irgendwo im Netz gelesen haben Eier wären ein Histamin-Liberator.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf einen interessanten Blogbeitrag der App Baliza. Sind Eier bei Histamin­intoleranz verboten?[2]

Die Macher der App haben es genau richtig gemacht! Sie prüften die Aussage nach und fanden eine Studie von 1952, also jetzt 70 Jahre alt, wo die Freisetzung von Histamin durch Eiweiß bei nicht sensibilisierten Tieren untersucht wurde. Bei den Tieren damals kam es zu einer Histaminfeisetzung, nachdem ihnen Eiweiß in die Vene injiziert wurde.

Es ist wirklich fragwürdig, ob man die Injektion von Eiweiß mit der oralen Aufnahme gleichsetzen kann! Denn unser Verdauungssystem hat die Aufgabe, Lebensmittel so zu zerlegen, dass wir sie dann über das Blut aufnehmen können.

Das heißt, da passieren einige Dinge vorab. Das reine Eiweiß kann oral so gar nicht über das Blut aufgenommen werden. Was man der Studie aber entnehmen könnte, das Spritzen von Eiweiß sollte man besser lassen! [2,3]

Zu Recht stellen die Autoren dieses Beitrags infrage, ob man so eine „alte“ Untersuchung wirklich als Anlass nehmen sollte ein nährstoffreiches Lebensmittel einfach auf eine Liste zu setzen, die eine Gruppe von Menschen, dann zusätzlich in der Auswahl ihrer Lebensmittel weiter einschränkt.

Ich bin ja keine Freundin von dauerhaften Verboten.

Schon gar nicht, wenn die Basis so einer Liste auf der persönlichen Befragung von Menschen beruht. Nur weil ein geringer Prozentsatz an Menschen angibt, ein Lebensmittel nicht zu vertragen, bedeutet das nicht, dass das auch für dich zutreffen muss!

Das ist beim Nickel so und vor allem bei der Histaminintoleranz! Denn gerade bei dieser Erkrankung ist eigentlich alles individuell!

Eine Unverträglichkeit eines Lebensmittels könnte nämlich auch an einer echten Allergie liegen und dann wird natürlich auch Histamin freigesetzt. Also schreib ein Ernährungs- und Beschwerdentagebuch und geh zu deinem Allergologen und besprich kritische Lebensmittel mit ihm, denn dieser kann sie dann testen.

Was aber schon einen Einfluss haben kann, ist die Haltbarkeit, also ob das Ei frisch oder gar schon älter ist![4]

Die Annahme, dass biogene Amine und histaminfreisetzende Lebensmittel bei bestimmten Patienten mit Mastozytose allergieähnliche (nicht IgE-vermittelt) Symptome hervorrufen können, bleibt bisher noch hypothetisch. Weitere Untersuchungen zu dieser Fragestellung wären wünschenswert, um den Betroffenen nicht unnötige Ernährungsbeschränkungen aufzuerlegen.[5]

Daher bevorzuge ich frische Bio-Eier, die du heutzutage glücklicherweise schon überall zu kaufen bekommst. Hast du gar einen Bauer deines Vertrauens?

 

Omelette zum Frühstück mit Paprika und Zucchini nickelarm

 

Omelette zum Frühstück mit Paprika und Zucchini

Zutaten:

Für 4 Personen

1 Paprika
1 Zucchini
1 Zwiebel, rot
1 EL Butterschmalz
6 Eier
50 ml Vollmilch
1/2 TL Salz

Zubereitung:

1. Den Herd auf 180 Grad vorheizen.
2. Paprika und Zucchini waschen und klein schneiden.
3. Die Zwiebel schälen und ebenfalls klein schneiden.
4. In einer Glaspfanne* das Butterschmalz erhitzen.
5. Die Zwiebeln glasig dünsten und die Paprika und Zucchini zufügen. Das Gemüse bissfest garen.
6. Die Eier aufschlagen und mit der Milch und dem Salz verquirlen. Über das Gemüse gießen und  das Omelette im Backofen fertig garen oder mit wenig Hitze auf dem Herd und einem Deckel garen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachkochen!

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Herzliche Grüße Ulrike

 

Quellen:

[1] Medical Myths, BMJ 2007; 335 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.39420.420370.25 (Published 20 December 2007)Cite this as: BMJ 2007;335:1288

[2] https://www.baliza.de/blog/files/eier-histaminintoleranz-histaminliberator

[3] SCHACHTER M, TALESNIK J. The release of histamine by egg-white in nonsensitized animals. J Physiol. 1952 Oct;118(2):258-63. doi: 10.1113/jphysiol.1952.sp004790. PMID: 13000708; PMCID: PMC1392449.

[4] Veränderungen der biogenen Aminkonzentrationen im Eigelb während der Lagerung von Hühnereiern in der Schale |
Bárbara Ramos, Olívia Pinho, I.M.P.L.V.O. Ferreira, Changes of yolk biogenic amine concentrations during storage of shell hen eggs,Food Chemistry,
Volume 116, Issue 1, 2009, Pages 340-344, ISSN 0308-8146, Changes of yolk biogenic amine concentrations during storage of shell hen eggs.
(Changes of yolk biogenic amine concentrations during storage of shell hen eggs)

[5] Mastozytose und Nebenwirkungen von biogenen Aminen und histaminfreisetzenden Lebensmitteln: Was ist die Evidenz? |
Vlieg-Boerstra BJ, van der Heide S, Oude Elberink JN, Kluin-Nelemans JC, Dubois AE. Mastocytosis and adverse reactions to biogenic amines and histamine-releasing foods: what is the evidence? Neth J Med. 2005 Jul-Aug;63(7):244-9. PMID: 16093574.